Manchmal findet man ein- oder beidseitig weiche Schwellungen, Vergrößerungen oder Knoten der Schilddrüse. Die Verdickungen nennt man Struma. Oft sind es auch sogenannte Schilddrüsenadenome, die aber keine Auswirkungen auf den Hormonhaushalt des Pferdes haben. Es gibt bei Pferden auch Unter- oder Überfunktionen aber die Symptome sind seltener wie beispielsweise bei
Menschen oder Hunden.
Bei Jodmangel entsteht eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose). Durch die verminderte Produktion von Schilddrüsenhormonen kommt es zu Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Probleme mit dem Fellwechsel oder anderen Fellauffälligkeiten. Ödeme/Schwellungen der Beine, Kropfbildung und Gewichtszunahme können auch vereinzelt auftreten.
Bei Jodüberschuss findet eine verstärkte Synthese von Schilddrüsenhormonen statt (Hyperthyreose) , dann können Pferde abnehmen, sie leiden unter innerer Unruhe und Anspannung, sie haben viel Durst und müssen deshalb öfters urinieren, auch Haut- und Fellprobleme treten auf und es kann sich, wie bei der Unterfunktion, ebenfalls ein Kropf bilden.
Die definitive Diagnose wird anhand der Ergebnisse der Blutuntersuchung durch Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut gestellt. Hier ist eine einzige allerdings Blutuntersuchung nur bedingt aussagekräftig.
Zu viele Östrogene im Futter, können einen Jodmangel nach sich ziehen. Durch die entstandene Östrogendominanz kann die Wirkung von Schilddrüsenhormonen T3 und T4 behindert werden. Östrogene werden über das Trinkwasser aufgenommen.
Infolge eines Selenmangels kann die Schilddrüse ebenfalls eine Unterfunktion entwickeln, weil dann nicht genügend Jod in der Schilddrüse gespeichert werden kann. Ebenfalls, wenn das Pferd zu wenig Zink aufnimmt, kann der Selenwert im Blut sinken und beeinflusst dadurch die Schilddrüsenfunktion. Wenn zu viel Nitrat oder Fluorid aufgenommen werden, kann dies die Aufnahme von Jod hemmen. Auch die Gabe von Cortison kann zu Beeinträchtigungen führen, weil dann der T 3-Wert deutlich ansteigt.
Seetang/Meeresalgen enthalten extrem viel Jod und können bei einer Unterfunktion der Schilddrüse gegeben werden. Wolfstrapp vermindert die Bildung von Schilddrüsenhormonen und wird bei einer Überfunktion der Schilddrüse gegeben. Täglich können sechs Gramm Wolfstrapp pro 100 kg Körpergewicht für acht Wochen verfüttert werden. Die Therapie sollte einschleichend begonnen und ausschleichend beendet werden.
Schilddrüsenprobleme aus Sicht der TCM
Chinesisch gesehen befindet sich die Schilddrüse im Einflussgebiet des Magenmeridians, deswegen ist bei Problemen das Erdelement betroffen. Diagnosen sind Milz Qi und Milz Yang Mangel. Die Schwellungen unter der Haut sind chinesisch gesehen Schleim. Infolge des schwachen Erdelementes kommt es zu aufsteigendem Leber Yang oder Leber Qi Stagnation. Bei der Therapie muss die Erde gestärkt und Leber Qi bewegt werden, dazu wird Schleim ausgeleitet. Es gibt einige Akupunkturpunkte, die direkt auf die Schilddrüse wirken, dazu behandelt man auch die Hypophyse.
Akupunkturpunkte zur Regulation der Schilddrüse
Dreifacherwärmer 1/5 Regulieren das Hormonsystem
Leber 13 Harmonisiert Leber und Milz
Dickdarm 17 Weicht Massen im Kehlkopfbereich auf
Dickdarm 18 Wandelt Schleim um, unterstützt die Schilddrüse
Magen 9/10 Wirken auf die Schilddrüse
Magen 40 Löst Schleimansammlungen auf
Konzeptionsgefäß 22/23 Nimmt man allgemein bei Schilddrüsenerkrankungen
Lenkergefäß 16 Stimuliert Hypothalamus und Hypophyse
Lenkergefäß 20 Stärkt Qi und Yang und kurbelt das Immunsystem an, senkt hochschlagendes Leber Yang ab